Die Pupertät wird oft als die zweite Trotzphase bezeichnet.In gleicher Weise wirkt sie auch auf das Familienleben.Die Jugendlichen sind Hin-und Hergerissen zwischen dem Wunsch,noch klein sein zu wollen und dem Wunsch,schon erwachsen zu sein. Nicht selten spielen 12-jährige noch mit ihrem alten Kinderspielzeug,finden sich aber am Wochenende schon in Gruppen zusammen,wo gefeiert und geflirtet wird.
Wenn es in der Kindheit zu Problemen beim Kind gekommen ist oder wenn die Eltern-Kind-Beziehung gestört war,bekommt man als Eltern in der Pupertät eine zweite Chance. Durch die radikale Wandlung die im Jugendlichen nun stattfindet,fällt seine gesamte Persönlichkeit vorübergehend auf eine frühere Entwicklungsstufe zurück. Auf dieser ” Großbaustelle ” lässt sich Einiges korrigieren:
1) Wenn sie ihr Kind sehr streng erzogen haben,könnte es helfen,jetzt in der Pupertät lockerer mit Familiengesetzen umzugehen.Wurde dem Kind sein Zorn immer verboten,kann man jetzt toleranter sein. Wenn das Kind unter der Scheidung seiner Eltern gelitten hat und ein Elternteil vielleicht sogar ganz weggefallen ist,wäre jetzt ein günstiger Zeitpunkt,Beziehungen wieder aufzunehmen oder zu verbessern.
….Durch Korrekturen in der Erziehung von Pupertierenden besteht die Möglichkeit, dass emotionale Störungen aus der Kindheit verschwinden und psychosomatische Symptome weniger werden. Als Familie sollten sie dazu jedoch die vielen ( neuen ) Entwicklungsaufgaben ihres Kindes anerkennen und seine Rebellion nicht als Angriff, sondern als vorübergehende Phase sehen.
ELTERN AUFGEPASST !!!!
….Oft klagen Eltern darüber,dass ihnen ihre Kinder kaum noch etwas erzählen,ja sogar Geheimnisse haben. Sie beginnen dann vielleicht, ihre Kinder heimlich zu kontrollieren. Auch wenn es Eltern schwer fällt: Sie sollten ihr Kind nicht ausfragen, und sie sollten die Zügel nun etwas lockerer lassen. Teenager mögen zwar oft unüberlegt und unvorsichtig sein, sie brauchen aber ihre Geheimnisse,müssen ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen und für ihr Handeln auch Verantwortung tragen können. Die schützende Hand der Eltern sollte nicht mehr überall sein.
….Eltern müssen akzeptieren,dass Freunde für Teenager plötzlich wichtiger werden,als die Familie. Haben sie keine Angst, die Liebe ihres Kindes zu verlieren!!! Versuchen sie nicht,die ” besseren Freunde ” für ihr Kind zu sein. sie sollten die Autorität im Leben ihres Sprösslings bleiben. Nur dann kann sich ihr Kind auf einem gesunden Weg vom Elternhaus lösen und eigenständig werden.
….Grenzen zu setzen ist immer wieder wichtig,vor allem dann,wenn ein Kind ausfällig wird. Diese Grenzen sollten aber immer eingebettet sein in eine verständnisvolle Haltung,die die großen Schwierigkeiten des Kindes in dieser Zeit anerkennt. Es macht einen Unterschied,ob Eltern versuchen,das Verhalten ihres Kindes zu verstehen,oder mit Vorwürfen reagieren und mit Konsequenzen drohen.
….Bei Pupertierenden ist alles in Unordnung geraten und deswegen sind sie sehr sensibel. Unüberlegtes oder abwertende Reaktionen von Seiten der Eltern sollten nicht sein!!! Auch wenn ihr Kind ihnen in der Pupertät alles abverlangt, behandeln sie es immer mit Respekt.
….Jugendliche können sehr verletzend werden. Sehen sie das nicht als persönlichen Angriff,sondern als notwendigen Kampf gegen alle Autoritäten. Kämpfen sie nicht zurück,bleiben sie souverän!!! Kündigen sie ihrem Kind nicht die Beziehung auf, es braucht sie dringend für seine gute Weiterentwicklung!!!
….Es fällt nicht immer leicht, pupertierendes Verhalten zu ertragen, trotzdem wäre es gut,wenn sie tolerant blieben und öfter ein Auge zudrücken. Ob in Kleidungsfragen,bei der Wortwahl oder bei der Auswahl der Freunde – denken sie daran: Jede Erziehungsphase, auch die der Pupertät, geht einmal vorbei.
….NOCH EIN TIPP: Manchmal hilft es Eltern,sich daran zu erinnern, wie es ihnen selbst in der Pupertät ergangen ist…..!!!!!!!
” Großbaustelle ” Kind ( Teil 3 )
Wenn der Körper verrückt spielt ( TEIL 2 )
Verantwortlich für die starken Veränderungen von Ralf sind die Sexualhormone:Androgene bei den Buben und östrogene bei den Mädchen.Mit der Ausschüttung dieser Hormone beginnt ein großer “Umbauprozess” bei Jugendlichen. Erwachsene können sich das so vorstellen,als würde in ihnen plötzlich etwas zu wuchern und zu wachsen beginnen und sie hätten keine Ahnung,was das mit ihnen machen wird und wohin das führt.
Es kommt deswegen zu großen Krisen bei ihrem heranwachsenden Kind. Alles gerät in Unordnung. Es weiß nicht mehr wer es ist und muss eine neue Persönlichkeit finden.Das Ganze wird verstärkt durch nie gekannte Gefühle und neue Herausforderungen.
ABNABELN IST ANGESAGT!!
Sie können ihrem Kind jetzt helfen,indem sie sich abnabeln.Ohne Abnabeln kann ihr Kind keine eigenständige Person werden! Abnabeln funktioniert am Besten,wenn sich das Kind mit seinen Eltern reiben und diese auch in Frage stellen darf.Oft fliegen dabei die Fetzen und Grenzen werden überschritten.Trotz ist da und die Leistungen in der Schule gehen zurück.Das ist nervenaufreibend,aber nötig. Bleiben Konflikte nämlich aus,kann es passieren,dass das Kind seine Persönlichkeit nicht entwickeln kann.
MIT DEN NEUEN GEFÜHLEN ZURECHTKOMMEN MÜSSEN:
Der Druck der Gefühle und Triebe nimmt in jeder Hinsicht zu: Der Sexualtrieb lebt auf,Aggression steigert sich oft zu zügelloser Wildheit,Hunger kann sich zu Gefräßigkeit steigern, Hinter der – oft mühsam erworbenen-Reinlichkeit kommen wieder Unordentlichkeit und Schmutzlust zum Vorschein,Der Drang,sich darzustellen wird groß.
FAKT IST: Dass alle Teenager mit den oben genannten Veränderungen konfrontiert werden.Es gehen aber nicht alle gleich damit um.
Die einen geben dem Trieb nach…. und von ihrem einstigen Wesen scheint wenig übrig zu bleiben. Der Eintritt ins Erwachsenenalter zeichnet sich hier durch das Leben von Extremen aus: die Kinder werden aggressiver,aufmüpfiger,gefräßiger,schmutziger und manche werfen ihr Gewissen über Bord.
Die anderen haben Angst vor den neuen Gefühlen….. und das Gewissen bleibt Sieger. Jedem “Ich will” des Triebes wird ein “Du darfst nicht” entgegengestellt. Der Sexualtrieb,die Aggression,etc. werden niedergehalten.Diese Teenager fürchten sich vor den “Gewalten” die über Nacht über sie hereingebrochen sind und lehnen diese ab. Da Gefühle aber zur Veränderung drängen,können sie nicht einfach so verschwinden. Sie müssen dann in andere Bereiche verschoben werden. Mit derselben Energie,mit dem z.B. der Sexualtrieb über das kind hereingebrochen ist,wehrt es ihn nun ab. Es möchte dann nur zum Beispiel nur noch enthaltsam leben und sich zu Hause einsperren. Statt mehr zu essen,beginnen manche Heranwachsende in der Pupertät mit Hungerkuren.
Die meisten Kinder bewegen sich zwischen diesen Extremen. Nimmt die eine oder andere Variante nicht überhand,können ungewöhnliche Verhaltensweisen in dieser Lebensphase als ” normal ” betrachtet werden.
Pickel,Streit und starke Gefühle ( TEIL 1 )
Benimmt sich ihr Kind plötzlich völlig anders? Steht gerade alles unter dem Motto “absoluter Schwachsinn”? Gibt es in der Schule immer mehr Probleme? Zieht sich ihr Kind manchmal in ein Schneckenhaus zurück?
…….dann ist es wahrscheinlich gerade in der Pupertät!
BERICHT EINER MUTTER:
Ralf ist 14 und mitten drin!Er ist sehr aggressiv.Wenn man ihn nur anspricht,wird man sofort angeschrien,selbst wenn man ihn nur zum Essen ruft! Von der lauten Musik ganz zu schweigen,man hört nur noch bum bum bum…
Gehe ich zu ihm und sage ihm,er soll leiser machen,wird er ausfällig.Ich bin am überlegen,ob ich ihn einfach ignorieren soll!Ich komme ihm immer mit sehr viel Liebe entgegen und er dankt es mir nicht!Er sieht auch schon aus wie 16 und wird oft überschätzt.Wenn er mit seinen Freunden unterwegs ist,treiben sie sich mit Mädchen herum,rauchen und trinken manchmal auch Alkohol.Jedesmal sage ich ihm,dass er das lassen soll,aber selbst das ist zuviel verlangt.Wir streiten nur noch,und ich weiß mir nicht mehr zu helfen! In der Schule wird er auch immer schlechter. Ich habe so fürchterliche Angst,dass er mir entgleitet!
BERICHT EINES SOHNES:
Ich heiße Ralf,bin 14 und ziemlich mies drauf!Einerseits nervt mich mein Körper. Ich schieße jetzt so schnell in die Höhe wie damals mit zwei Jahren. Leute,das sind zehn Zentimeter im Jahr! Ihr könnt euch vorstellen,was ich für Wachstumsschmerzen habe. Ich bin auch ständig müde und könnte jeden Tag Unmengen an Essen verdrücken. Ich wachse dummerweise aber nicht überall gleichzeitig. Ich seh`total bescheuert aus und bin tollpatschig geworden. Ich komme mit diesen Veränderungen einfach nicht zurecht. Obwohl,mir geht es noch besser,als meiner Freundin.Bei der wächst sogar die Brust unterschiedlich schnell und sie läuft jetzt nur noch in Schlapperpullis herum! Und wie sie erst über die Regel klagt.Da bin ich froh,ein Junge zu sein!
Pickel,fettige Haare,Schwitzen und Schwindel sind im Vergleich zu Mädchenproblemen echt Nebensache!
Ich habe totale Stimmungsschwankungen und kenne mich oft selbst nicht mehr. Ich suche die ganze Zeit danach,wer und was ich eigentlich wirklich bin. Ich habe jetzt andere Sorgen als die Schule! Ich will raus in die Welt um eine Antwort auf meine Fragen zu finden und alles auszutesten,was es so gibt.Meine Eltern verstehen das nicht! Sie vertrauen mir nicht und glauben,ich werde asozial. Sie haben keine Ahnung davon,wie es mir geht,behandeln mich wie einen 10-jährigen.Sie klammern und machen mir ständig Vorschriften. Dann wieder kommen sie und sagen mir,wie lieb sie mich doch haben.Je mehr sie mich mit ihrer Liebe und ihren Vorschriften nerven,desto mehr breche ich aus. Deswegen drehe ich auch die Musik oft so laut auf,damit ich sie nicht hören muss.Manchmal betäube ich mich auch mit Alkohol. Das nimmt mir die Angst und gibt mir ein besseres Gefühl. Wenn ich nur mit irgend jemanden normal darüber reden könnte…
Bettnässen
Bettnässen ist ein weit verbreitetes Problem,es wird aber aus Scham kaum darüber gesprochen.Auf jeden Fall sollte man an psychische Ursachen denken,wenn medizinisch alles abgeklärt ist und nichts gefunden wurde.
Das Bettnässen tritt oft bei Kindern auf,die sehr wenig von sich und ihren Gefühlen preis geben.Die oft sehr vernünftig und auch selbstständig sind und sehr wenig Zorn oder Trotz an den Tag legen.Nach Konflikten ziehen sie sich meist mit ihrer Wut in ihr Zimmer zurück.Das Streiten fällt ihnen schwer.
Vor allem in ernsten Situationen,wie z.B. Geburt von Geschwistern,Scheidung,längere Trennung von den Eltern…etc. kommt das Bettnässen häufig vor.Hier entstehen viele Ängste und Wut-wird eventuell aufgestaut,wenn nicht darüber gesprochen wird bzw.(kein Ablassventil gefunden wird).Hier dient das Bettnässen dann als ein solches Ventil,das aufgeht,wenn Ängste und Aggressionen überhandnehmen.
Wenn Kinder ihre Gefühle nicht zeigen,oder kaum bis gar nicht auf Krisen reagieren,dann
Hauen,kratzen,schimpfen,beissen !! (TEIL1)
Vielleicht haben sie schon mit neidischem Blick zur Familie von nebenan geschielt und bei sich gedacht:”Wieso haben die da drüben so brave Kinder und ich nicht!-Was mache ich nur falsch”!?
Viele Eltern leiden unter Selbstzweifeln und Ängsten.Sie befürchten,in der Erziehung etwas falsch gemacht zu haben,weil ihre Kinder beispielsweise laut oder aggresiv sind.Viele denken auch:”Die Kinder sind doch nicht normal!”
Wie entlastend ist es da,wenn man hört,dass man nicht automatisch versagt haben muss,wenn man laute,lebhafte Kinder hat,die ihre Gefühle ausagieren.Gefühle zu zeigen ist normal!!Zorn,Wut und Konflikte gehören zu jeder Beziehung dazu.Sie sollten nur nicht überhand nehmen!
DAZU EIN BEISPIEL:Es ist bereits 20 Uhr und Peter sitzt noch immer vor dem Fernseher.Seine Mutter hat ihm schon mehrere Male im Guten gesagt,er soll schlafen gehen und jetzt wird er auch noch zornig! “Dieser unfolgsame,schlimme Bub!”,denkt die Mutter,”Er hat kein Recht und keinen Grund,wütend auf mich zu sein!Ich tue doch immer alles für ihn!Will er mich ärgern?”Während sie das denkt,rauft Peter vor Wut auch noch mit seiner kleinen Schwester.”Du bist doch nicht mehr normal,Peter!Du hast nicht so zornig zu sein!”schreit die Mutter.”Schluss mit dem Fernsehen und ab ins Bett.Wenn du so weitermachst,gibts für dich bald überhaupt kein Fernsehen mehr!”
IN DIESEM BEISPIEL GIBT ES DREI MAL FRUST FÜR PETER:
1.)Frust durch das Abdrehen des Fernsehers,2.)Frust,weil er denkt,die Mama mag ihn nicht mehr und er hat mit seinem Zorn die Beziehung zu ihr zerstört,3.)Frust,weil er das Gefühl hat,böse und schlimm zu sein,wenn er so wütend wird.
–ES wäre aber auch ein anderes Szenario denkbar gewesen:
“Natürlich wird Peter zornig,wenn er jetzt schlafen gehen muss,das verstehe ich schon.”denkt die Mama.”Es läuft doch gerade so ein toller Film.Ich würde auch wütend werden,unterbräche mich jemand bei einem spannenden Film.Aber trotzdem darf er seine Wut jetzt nicht an seiner kleinen Schwester auslassen.Ich muss ihn schlafen schicken,weil er für den nächsten Schultag ausreichend Schlaf braucht!”Die Mutter sagt:”Also ab ins Bett,Peter und keine Diskussion darüber!”Und sie denkt weiter:”Da er mir leid tut in seinem Frust,werde ich versuchen,es ihm leichter zu machen und ihn zu trösten.Wenn genug Zeit ist,machen wir vielleicht noch eine Polsterschlacht,bei der der seinen Frust abbauen kann!”
HIER GAB ES NUR NOCH EIN MAL FRUST FÜR PETER:
Nämlich der Frust,der durch das Abdrehen des Fernsehers entstanden ist.
Peter fühlte sich aber weder ungeliebt,noch hatte er das Gefühl,etwas falsch zu machen,wenn er zornig wird.Seine Mama hatte eine ganz andere Haltung.Sie konnte es Peter nach wie vor nicht erlauben,seinen Kopf durchzusetzen oder mit seiner Schwester zu raufen.Aber sie verstand und akzeptierte Peters Wutgefühl und half ihm bei der Umlenkuing der Wut auf andere Ziele.Genau dieses Gefühl brauchen Kinder,um sich,wenn sie aufgebracht sind,wieder zu beruhigen.
WENN Eltern den Kindern ihre Wutgefühle absprechen,zieht das oft Konflikte,Streitereien und Verhaltensauffälligkeiten nach sich.
MEIDEN SIE BITTE SÄTZE WIE:
“So hat man nicht zu sein!”oder:”Du tickst nicht richtig,wenn du so bist!”–DENN DENKEN SIE DARAN:
Nichts erschüttert eine Beziehung so sehr,wie das Bagatellisieren oder das Absprechen von Gefühlen!
Wurmkrankheiten
VORKOMMEN und URSACHE:Wird der Magen-Darm-Kanal von Würmern verschiedener Art (Darmparasiten)befallen,so verläuft diese Art von parasitären Infektionen in der Regel ohne Krankheitserscheinungen.Kinder in Toilettengemeinschaften( Familie,Heim,Kindergarten,Schule)können zahlreich befallen sein.
MADENWÜRMER: (Oxyuren),sind ca.3-10mm lang,sind häufige Parasiten des kindlichen Darms.Die Infektion erfolgt durch Oxyureneier,die vom Weibchen in die Aftergegend abgelagert werden(Juckreiz).Von dort gelangen die Eier durch Schmierinfektion oder aufgewirbelten Staub in den Magen-Darm-Kanal,häufig desselben Wurmträgers (Selbstinfektion).Außer Juckreiz am After kann es gelegentlich zu Unruhe und allgemeinen nervösen Störungen kommen.
SPULWÜRMER: (Askariden)parasitieren im Dünndarm und legen hier ihre Eier ab,die mit dem Stuhl ausgeschieden werden.Eine Infektion erfolgt durch
Sehstörungen
URSACHEN und VORKOMMEN:Sehstörungen sind angeborene Fehlbildungen des Gehirns oder der Augenanlage sowie erworbene Krankheiten des Auges,seines Schutz-und Bewegungsapparates(Augenmuskeln)führen je nach Ausprägung und Örtlichkeit zu Sehstörungen verschiedenster Art.
SCHIELEN: Schielen ist eine Fehlstehlung der Augäpfel beim beidäugigen Sehen,wobei gleichsinnige oder gegensinnige Augenbewegungen derart gestört sind,daß sich die Gesichtslinien beider Augen nicht in einem Punkt (Fixierpunkt)schneiden.Häufigste Ursachen sind einseitige Sehschwäche oder einseitige Brechungsfehler,weil die sogenannte Fusion,d.h. die durch Augenbewegungen erzielte Verschmelzung der Bilder beider Augen zum Einfachsehen abgeschwächt oder aufgehoben ist.Bei einseitiger Schwachsichtigkeit oder Fehlsichtigkeit kann es zum einäugigen Schielen kommen.Häufig ist aber das beidäugige,wechselnde(alternierende)Schielen,wobei mal das eine,mal das andere Auge aus seiner normalen Stellung abweicht und das andere Auge als Führungsauge sieht.Die erbliche Belastung bei schielenden Kindern ist sehr groß.Ist das Schielen durch eine Lähmung der Augenmuskeln hervorgerufen,spricht man von Lähmungsschielen.Die überwiegend bei Kleinkindern auftretende weitaus häufigste Form des Schielens ist das Innen-oder Einwärtsschielen(Strabismus convergens),das hauptsächlich durch Über-oder Weitsichtigkeit eines Auges hervorgerufen wird und ohne Behandlung die Gefahr einer zunehmenden Sehschwäche des schielenden Auges mit sich bringt.Die weniger häufige,meist erst im Schulalter und später beginnende Form ist das Auswärtsschielen (Strabismus divergens),zu dem u.a. Kinder mit einseitig betonter Kurzsichtigkeit neigen.Höhenschielen mit Abweichungen der optischen Augenachse nach unten oder oben sind dagegen selten.
BEHANDLUNG:Die Behandlung des Schielens richtet sich nach Art und Ursache der Stellungsanomalien,wobei verschiedene Behandlungsmaßnahmen,wie Korrektur des Brechungsfehlers mit Brille,einseitige Augenschlußverbände,Ausgleich des Schielwinkels durch Prismen,spezielle Sehübungen unter Verwendung geeigneter Instrumente und Apparaturen sowie operative Korrekture,möglichst frühzeitig angewandt werden.
Herzversagen (Herzinsuffizienz)
Als Herzinsuffizienz werden akute oder chronische Folgezustände von Erkrankungen des Herzens oder Überbelastungen des Kreislaufs mit Versagen der Herzfunktion bezeichnet.Als Krankheitserscheinungen treten dann beschleunigte Herzschlagfolgen,schnellere Atmung,Vergrößerung der Leber oder auch Wasseransammlungen im Gewebe(Ödeme),oft auch Blausucht auf.
BEHANDLUNG:Bei Versagen der Herzkraft(Herzinsuffizienz) verordnet der Arzt Medikamente zur Unterstützung der Herztätigkeit und Herzkraft(Digitalispräparate).Außerdem sind körperliche und seelische Ruhe sowie eine Reihe weiterer allgemeiner Behandlungsmaßnahmen erforderlich.Die Behandlung verlangt strenge ärztliche Überwachung.Eine Reihe von angeborenen Herzfehlern kann heute erfolgreich operativ korrigiert werden.Die ärztliche Betreuung des chronisch-herzkranken Kindes,das in seiner körperlichen Entwicklung erheblich gestört sein kann(kardialer Infantilismus),erfordert einen umfangreichen und vielseitigen Behandlungsplan mit straffer Organisation der Nachbehandlung und andauernder Überwachung.
Rhythmus-und Frequenzstörungen des Herzens
Langsame Herzfrequenzen(Bradycardie),schnelle Herzschlagfolgen(Tachycardie),Unregelmäßigkeiten der Atmung(respiratorische Arrhythmie)oder auch vorzeitige Extraschläge des Herzens(Extrasystolie)u.a. sind meist harmlos und ungefährlich.Ernster zu bewerten sind krankhafte Reizbildungs-und Reizleistungsstörungen des Herzens mit Unregelmäßigkeiten der Herzaktion.
Erworbene Herzkrankheiten
Bei den erworbenen Herzkrankheiten ist das rheumatische Fieber(Rheumatose)als Ursache von entscheidender Bedeutung.Nach rheumatischen oder anderen seltener auftretenden Entzündungen der Herzinnenhaut(Endokarditis)mit narbigen Prozessen an verschiedenen Klappen des Herzens können Herzklappenfehler mit Verengung(Stenose)oder Klappenunschlußfähigkeit(Insuffizienz)entstehen.Die rheumatische oder durch Bakterien bzw. Virusgifte hervorgerufene Entzündung des Herzmuskels(Myokarditis)oder des Herzbeutels(Perikarditis)können isoliert oder mit der Herzinnenhautentzündung kombiniert auftreten.
KRANKHEITSERSCHEINUNGEN:Je nach Art des angeborenen oder erworbenen Herzfehlers unterschiedlich.Die häufigste Krankheitserscheinung ist das Herzgeräusch,das der Arzt zufällig(z.B.bei Vorsorgeuntersuchungen)oder bei Krankheiten des Kindes über dem Herzen hören kann.Allerdings ist nicht jedes hörbare Herzgeräusch beim Kind krankhaft. Im Kindesalter gibt es normalerweise harmlose,sogenannte physiologische oder akzidentelle Herzgeräusche, die mit einer Herzkrankheit oder einem Herzfehler nichts zu tun haben.